Versicherungspflicht- und Beitragsbemessungsgrenze

31.Januar 2009

Die Versicherungspflichtgrenze und die Beitragsbemessungsgrenze werden oft synonym füreinander verwendet, obwohl sie unterschiedliche Dinge bezeichnen.

Die Versicherungspflichtgrenze bezeichnet die Höhe des Bruttoeinkommens eines Arbeitnehmers, bis zu dem er sich in der gesetzlichen Krankenkasse versichern muss. Arbeitnehmer sind dann versicherungspflichtig, wenn ihr Einkommen die Jahresarbeitentgeltgrenze nicht übersteigt. Wie hoch diese Grenze angesetzt ist, wird jedes Jahr von neuem aufgrund der aktuellen durchschnittlichen Bruttolohnsumme festgelegt. Erst wenn das regelmäßige Einkommen diese Grenze über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren überschritten hat, kann sich der Arbeitnehmer freiwillig privat versichern, sofern auch für das kommende Jahr ein Überschreiten der Jahresarbeitentgeltgrenze zu erwarten ist. Verdient der Arbeitnehmer wieder weniger und unterschreitet den festgesetzten Betrag, tritt die Versicherungspflicht automatisch wieder ein und der Arbeitnehmer muss wieder in die gesetzliche Krankenkasse zurückkehren.

Eine Abgrenzung erfolgt hier noch zwischen der allgemeinen und der besonderen Jahresarbeitentgeltgrenze. Diese wurde im Jahr 2003 eingeführt, als die Summe deutlich angehoben wurde, damit sich die Zahl der Mitglieder der gesetzlichen Krankenkasse erhöht. Da die Arbeitnehmer, die bis zu diesem Zeitpunkt privat versichert waren, nicht wieder zu der Rückkehr in die gesetzliche Versicherung gezwungen sein sollten, wurde die besondere Jahresarbeitentgeltgrenze eingeführt. Diese gilt noch immer den freiwillig Versicherten, deren Einkommen die Entgeltgrenze überschritt, bevor diese angehoben wurde. Auch die Höhe der besonderen Jahresarbeitentgeltgrenze wird jährlich neu berechnet und ist derzeit identisch mit der Beitragsbemessungsgrenze. Arbeitnehmer, die bis zu der Erhöhung nicht privat versichert waren, müssen ein Einkommen über der allgemeinen Entgeltgrenze aufweisen, um von der Versicherungspflicht befreit zu werden.

 

Der Begriff Beitragsbemessungsgrenze wird fälschlicher Weise oft genutzt, um die Höhe des Einkommens zu benennen, bei der die Möglichkeit zu einer freiwilligen Krankenversicherung eintritt. Dabei bezeichnet die Beitragsbemessensgrenze jedoch im eigentlichen Sinn die Höhe des Einkommens, ab der der Beitrag für die Krankenversicherung nicht weiter steigt, auch dann nicht, wenn der Verdienst deutlich über der festgesetzten Summe liegt. Auch für die Festsetzung der Beitragbemessungsgrenze werden die durchschnittlichen Jahresbruttogehälter der Arbeitnehmer herangezogen.

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