Welche Hürden gibt es, wenn man eine Mitgliedschaft in einer privaten Krankenversicherung anstrebt? Ein kurzer Ausriss über die Modalitäten, die bei einem Antrag auf eine Mitgliedschaft in einer privaten Krankenversicherung akut werden

07.Juli 2008

Unsere Gesetzgebung hat ganz klare Richtlinien aufgestellt, die Jahr für Jahr erneut einer  Überprüfung unterzogen werden und falls nötig überarbeitet werden. Zu diesen Richtlinien gehört (was besonders für den Fall von Interesse ist, dass man Mitglied in einer privaten Krankenversicherung werden möchte) die so genannte Versicherungspflichtgrenze. Wird diese Grenze überschritten, kann man sich als so genannter besser verdienender Angestellter, wie es zum Beispiel die meisten Akademiker sind, entscheiden, ob man weiter auf  freiwilliger Basis Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bleibt oder ob man eine Mitgliedschaft in einer privaten Krankenversicherung (PKV) favorisiert. Denn sobald man die Versicherungspflichtgrenze hinter sich gelassen hat, gibt es für den jeweiligen Versicherten keine bindende Pflicht mehr, Mitglied in einer gesetzlichen Krankenversicherung bleiben zu müssen – vielmehr hat er zu diesem Zeitpunkt die Möglichkeit, in eine private Krankenversicherung wechseln zu können. Die erwähnte Versicherungspflichtgrenze richtet sich an dem Bruttolohn aus, den der Versicherte im Jahr für sich verbuchen kann. Im vergangenen Jahr lag die Grenze bei 47.700 Euro. Das sind umgerechnet pro Monat 3.975 Euro. Die Hochsetzung der Versicherungspflichtgrenze nach oben entwickelt sich sukzessive in Schritten, die pro Jahr erfahrungsgemäß bei rund 1,0 bis 1,2 Prozent angesiedelt sind.  Die Ausnahme bildet der Anstieg 2002/2003, als ein Anstieg von 13,3 Prozent zu verzeichnen war. Ab dem laufenden Jahr 2008 wurde eine zweite Grenze eingeführt, die für alle von Relevanz ist, die bis Ende 2002 schon als Mitglied in einer PKV versichert waren. Die Ursache dafür war die Intention, die Anzahl der Mitglieder in gesetzlichen Versicherungen wieder steigen zu lassen. Da eine große Anzahl der Versicherten, die zu diesem Zeitpunkt Mitglied in einer privaten Krankenversicherung waren und daher logischerweise  privat versichert waren, ab diesem Zeitpunkt wieder versicherungspflichtig geworden wären, wurde die zweite Grenze eingeführt, die im vergangenen Jahr 42.750 Euro angesiedelt war. Eine Mitgliedschaft in einer privaten Krankenversicherung ist allerdings nicht nur von den Einkünften des Versicherten abhängig, sondern in gewissen Fällen zudem vom Beruf bzw. von dem beruflichen Status des Versicherten. So gilt zum Beispiel die Prämisse, dass Beamte immer Mitglied in einer privaten Krankenversicherung werden können, das gilt für den Zollbeamten genau so wie auch für den Richter, den Bürgermeister oder den Finanzbeamten. Auch Selbständige und Freiberufler können sich frei entscheiden, ob sie sich Mitglied in einer privaten Krankenversicherung sein wollen oder ob sie Mitglied in einer gesetzlichen Krankenversicherung bleiben wollen. Bei Journalisten und Künstler ist die Ausnahmen zu verzeichnen, dass sich diese Berufsgruppen bis hin zur Versicherungspflichtgrenze über die so genannten Künstlersozialkassen versichern können. Eine weitere Ausnahme von Versicherten in Deutschland, die die Wahl zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung besitzen, sind Studenten. Wenn Studenten einen Antrag auf eine Befreiung von der Versicherungspflicht stellen, können die Studenten Mitglied in einer privaten Krankenversicherung werden.

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