Pleite aber krankenversichert

31.Oktober 2008

Der Gesetzgeber hat in guter Absicht eine ambitionierte Gesetzesänderung auf den Weg gebracht, die jeden Bürger eine Krankenversicherung garantiert. Die Krankenkassen wurden verpflichtet jeden wieder zu versichern, der einmal Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse gewesen ist. Das Angebot haben seit letztem Jahr fast einhundert Tausend Personen wahrgenommen und sind nunmehr wieder Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung. Das eine Person keine Krankenversicherung hat, liegt jedoch meist nicht daran, dass er glaubt keine zu brauchen, sondern hat in aller Regel einen finanziellen Hintergrund. Das Gros der Bürger, die bislang ohne Krankenversicherungsschutz waren, konnten sich diesen schlicht nicht leisten oder benötigten das Geld für andere Zwecke. Letzteres kommt häufig vor Selbstständigen, insbesondere solchen, die erst seit kurzem auf eigenen Beinen stehen. Daher verwundert es nicht, das ein großer Teil der Rückkehrer der Krankenkasse Beiträge schulden. Inzwischen ist haben diese Rückstände ein Volumen von über einhundert Millionen Euro erreicht. Der Rückstand an Beiträgen liegt jedoch nicht allein daran, dass die Betroffenen ihre aktuellen Beiträge nicht bestreiten könnten. Vielmehr ist die Rückwirkung dafür verantwortlich, die der Gesetzgeber in das Gesetzt eingebaut hat. Dieses trat im April in Kraft und ab diesem Zeitpunkt ist jedermann verpflichtet, eine Krankenversicherung zu haben. Wer erst später zurückkehrt, hat dadurch nicht etwa die Beiträge für den vorangegangenen Zeitraum gespart, sondern muss diese rückwirkend zahlen. Da kommen rasch bedeutende Summen zusammen, die nicht jedermann zur Verfügung hat. Wer überschuldet ist oder als Unternehmer nicht über ausreichend Einnahmen verfügt, versucht meist sich erst dann bei seiner Krankenkasse zu melden, wenn er medizinische Hilfe benötigt. Dadurch entstehen zum Teil hohe Nachzahlungsverpflichtungen, von denen nur Harz IV – Empfänger ausgenommen sind, da hier das Arbeitsamt die Beiträge übernimmt. Auch viele freiwillig Versicherte sind hinken inzwischen mit Beitragszahlungen hinterher. Da sie trotzdem nicht gekündigt werden können, wachsen auch hier erhebliche Schuldenberge.

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