Neue Veränderungen im Bereich der privaten Krankenversicherung ab 2009: Wer in die private Krankenversicherung wechseln will, sollte sich vorher ganz genau informieren

02.Juli 2008

Die Änderungen, die auf Grund der Gesundheitsreform im kommenden Jahr 2009 im Bereich der privaten Krankenversicherungen (PKV) zu erwarten sind, werfen schon jetzt ihre Schatten weit voraus. Das Ringen um die gesunden Kunden im besten Alter könnte für manche Unternehmen ein Ritt auf der Klinge werden. Die privaten Krankenversicherungen sind aufgefordert, ausführlich und gewissenhaft zu beraten.In dem Zeitraum zwischen dem 1. Januar 2009 und dem 30. Juni 2009 besitzen alle Mitglieder der privaten Krankenversicherungen die Chance, ihre private Krankenversicherung unter Mitnahme der bereits vorhandenen Alterungsrückstellungen zu wechseln. Nach dem 30. Juni 2009 besteht nur noch die Möglichkeit, diesen Wechsel der privaten Krankenversicherung nur noch mit Einschränkungen vornehmen zu können. Bei einem Wechsel der privaten Krankenversicherungen kann man nur in den Basistarif der neuen privaten Krankenversicherungen aufgenommen werden. Dabei gibt es aber den Kniff, dass man sich in den Basistarif der privaten Krankenversicherung einschreibt, um dann direkt und unmittelbar in einen leistungsstärkeren Tarif zu wechseln. Ob man dann aber die Alterungsrückstellungen mitnehmen kann, ist im Augenblick noch nicht vollends geklärt. Diese Änderungen, die auf die privaten Krankenversicherungen zukommen werden, beschäftigen die privaten Krankenversicherungen schon heute.

Für die privaten Krankenversicherungen bedeutet dies in erster Linie, dass die privaten Krankenversicherungen ihre Versicherten ausführlich über die neuen Möglichkeiten sowie über deren Vor- und Nachteile informieren müssen, wenn sich die privaten Krankenversicherungen sich nicht schadenersatzpflichtig machen wollen. Die privaten Krankenversicherungen müssen zudem Ihre Mitglieder darüber informieren, dass der prozentuale Anteil der Alterungsrückstellungen, die bei einem Wechsel in eine andere private Krankenversicherung mitgenommen werden dürfen, umso höher ist, desto kürzer das jeweilige Mitglied bei seiner vorherigen privaten Krankenversicherung versichert und je niedriger der aktuelle Tarif ist. Einige der privaten Krankenversicherungen sind der Meinung, dass der Versicherte bei einem Wechsel in einen höheren Tarif der neuen privaten Krankenversicherungen seine Alterungsrückstellungen im Basistarif zurücklassen muss und damit de facto von Vorne anfängt Null anfängt, mit dem Resultat, dass es im Alter zu einer Explosion der laufenden Kosten kommen könnte. Andere der privaten Krankenversicherungen und ebenfalls das Bundesgesundheitsministerium (BMG) schätzen diese Meinung als Irrglauben ein, denn im neuen Gesetz ist die Frage, wie die privaten Krankenversicherungen bei einem Tarifwechsel dieser Art mit den Alterungsrückstellungen umzugehen haben, nicht definiert. Das Bundesgesundheitsministerium ist der Meinung, dass das neue Gesetz nach seiner Ausrichtung interpretiert werden muss. Intention des Gesetzes sei es nach Auffassung des Bundesgesundheitsministeriums, einen für den Versicherten nahezu nachteilsfreien Wechsel innerhalb der privaten Krankenversicherungen zu gewährleisten. Ergo verlangt das BMG, dass die Alterungsrückstellungen bei einem Wechsel zu einer anderen privaten Krankenversicherung nicht bloß in den Basistarif, sondern zudem in alle anderen Tarife mitgenommen werden dürfen. Definitiv bleibt es dabei, dass sich ein wechselwilliger Versicherter bei einem Wechsel seiner privaten Krankenversicherung einem Gesundheitscheck unterziehen muss. Bei einem Abschluss über „nur” einen Basistarif soll dies nur dazu dienen, die Risiken kategorisieren zu können, die die jeweilige private Krankenversicherung eingehen muss. Zuschläge sind in Bezug auf einen Basistarif Tabu und dürfen nicht erhoben werden. Möchte der neue Kunde hingegen in einen höheren Tarif seiner neuen privaten Krankenversicherung wechseln, sind die üblichen Risikozuschläge gültig. Dieser Umstand  könnte die Gefährdung des Bestands besonders für diejenigen privaten Krankenversicherungen zur Folge haben, welche hohe Prämien und ein Gros an alten und/oder kranken Mitgliedern besitzen. Wenn nun in hoher Zahl auf Grund der neuen gesetzlichen Bestimmungen viele junge und gesunde Versicherte ihre private Krankenversicherung wechseln, könnte dies zur Folge haben, dass die verbleibenden Mitglieder alle in den Basistarif eingeordnet werden müssten. Was dies für rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen könnte, ist für die privaten Krankenversicherungen zum heutigen Zeitpunkt nicht absehbar. Daher werben schon jetzt viele der privaten Krankenversicherungen mit günstigen Tarifen und vorgezogenen Gesundheitschecks um wechselwillige Versicherte.

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