Krankenhäuser kranken an Unterfinanzierung

08.November 2008

Den deutschen Krankenhäusern geht es schlecht. Trotz Milliardenzuschusses vom Bund hat sich die Lage nicht wesentlich verbessert. Vor kurzem haben die Beschäftigen der Kliniken auf ihre Lage mit Demonstrationen aufmerksam gemacht. Dennoch macht ein Drittel aller Klinken nach wie vor Verluste. Obendrein fehlt es an dringend notwendigen Investitionen in die Gebäude. Noch dringender wird mehr Personal, sowohl Ärzte als auch Pflegekräfte benötigt, um die Patienenversorgung auch nur annähernd sicher zu stellen. Die steigenden Kosten im Gesundheitswesen, namentlich bei den Medikamenten, machen den Häusern ebenfalls schwer zu schaffen. Trotz massiven Personalabbaus in den letzten Jahren können viele Kliniken die Kosten nicht in den Griff bekommen. Es gibt über viertausend offene Stellen, die mit Ärzten besetzt werden sollen, aber mangels finanzieller Mittel nicht besetzt werden können. Die Krankenhäuser benötigen nach Angabe ihres Verbandes beinahe sieben Milliarden Euro zusätzlich, da andernfalls noch mehr Personal entlassen werden müsste. Da die Patienten schon heute oft nur noch mit dem Nötigsten versorgt werden können, wenn überhaupt, käme das einer Katastrophe gleich.Das kürzlich auf den Weg gebrachte Paket der Regierung, das mit über drei Milliarden Euro den Krankenhäuser erste Hilfe leisten soll, ist nach wie vor im Gesetzgebungsverfahren. Ob und wann das Geld tatsächlich bei den Betroffenen ankommt, ist bis heute völlig ungewiss. Die Haushaltsplanung für das kommende Jahr wird so für viele Häuser nahezu unmöglich, da sie die versprochenen Mittel noch nicht einplanen können. Mit Gewinn arbeitet zur Zeit nur ein gutes Drittel aller deutschen Häuser. Alle anderen machen entweder Verluste oder kommen mit ihren Einnahmen gerade zurecht.

Mit einer Verbesserung der Lage rechnen daher nur wenige. Vielmehr stellen sich über die Hälfte der Betriebe auf noch schlimmere Zeiten im nächsten Jahr ein. Ausbaden werden am Ende die Misere die Patienten, für die weder genug Personal noch ausreichende Ausrüstung zur Verfügung steht. Kritiker wenden ein, dass in Deutschland zu viele Krankenhäuser existieren würden und es an Effektivität bei der Arbeit fehlen würde. Auf Grund der Finanzlage werden ohnehin in der nächsten Zeit zahlreiche Häuser auf Dauer schließen müssen, was besonders in ländlichen Regionen die Versorgungslage deutlich verschlechtern wird.

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