Gesundheitsfonds – schon jetzt fehlt Geld

09.Dezember 2008

Noch vor dem Start des Gesundheitsfonds im nächsten Jahr sieht es so aus, als ob bereits eine riesige Finanzierungslücke bestehen würde. Der neue Fonds wird wohl schon mit Schulden in Milliardenhöhe seine Arbeit aufnehmen. Grund dafür ist ein Ereignis, dass man allerdings kaum vorhersehen konnte, nämlich die Finanzkrise und die daraus resultierende Wirtschaftskrise, in der wir gerade stecken und deren Ende noch nicht absehbar ist.Als der Gesundheitsfonds entworfen wurde, dachte niemand daran, dass wir kurz vor seinem Start in der schwersten Wirtschaftskrise stecken könnten, die es seit Jahrzehnten gegeben hat. So wurde der Einheitsbeitrag, der ab nächstem Jahr von allen Versicherten erhoben wird, auf Grundlage der damaligen Wirtschaftsdaten ermittelt. Diese waren noch wesentlich günstiger als die augenblicklichen Prognosen, gingen sie doch noch von einem Wachstum um die die zweieinhalb Prozent aus. Dies ist nunmehr Geschichte, vielmehr müssen wir im schlimmsten Fall sogar mit einem Schrumpfen der Wirtschaft rechnen.

Der Berechnung des Einheitsbeitrages, der bei 15,5 Prozent liegen soll, fehlt also inzwischen die Grundlage. Wie genau sich verschiedene Szenarien der wirtschaftlichen Entwicklung auf die Finanzierung des Einheitsfonds auswirken könnten, wir eine Expertenkommission nunmehr berechnen. Das mögliche Defizit des Einheitsfonds könnte im extremsten Fall bei zwei Milliarden Euro liegen. Dies dann, wenn die Arbeitslosenquote auf Grund der Wirtschaftskrise stark steigen sollte. Dies würde mehre hundert Millionen Euro Defizit bewirken.

Um die Zahlungsfähigkeit des Fonds zu gewährleisten, muss eine entstehende Deckungslücke daher mit Steuergeldern gefüllt werden, das die gesetzlichen Krankenkassen jedoch im Folgejahr wieder zurückzahlen müssen. Um dies zu verhindern, würden einige Krankenkassen schon zum Start den Einheitsbeitrag gerne erhöhen.

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