Gesund bleiben mit starken Wurzeln

18.November 2008

Gesundheit ist nicht nur eine Frage der Physis, sondern es gibt zahlreiche Faktoren, die dazu beitragen, dass man seine körperliche und geistige Leistungsfähigkeit dauerhaft erhalten kann. Während relativ klar ist, was man für den Körper tun kann, damit er gut funktioniert, sieht es bei psychischen Ursachen für Erkrankungen, und damit sind auch organische gemeint, wesentlich schwieriger aus. Ein gesundes Umfeld im weitesten Sinne gehört wohl offensichtlich dazu, auch wenn der Zusammenhang zwischen Ursache und konkreter Wirkung als Erkrankung keinesfalls geklärt ist. Während sowohl gesetzliche Krankenkassen als auch private Krankenversicherer vielfältige Angebote breit halten, die körperliche Gesundheit zu erhalten, muss man sich um sein geistiges und seelisches Wohlbefinden hauptsächlich selbst kümmern. Eine Ursache für dauerhaftes Unwohlsein ohne körperliche Symptome oder Ursachen scheint eine neue Studie ans Tageslicht gebracht zu haben. Immer mehr Menschen leiden offenkundig an einem ausgeprägten Heimweh, dass jedoch weiter geht, als es der überkommene Begriff vermittelt. Daher hat man die Krankheit vorläufig Dis-Embedding getauft. Dies bedeutet konkret, dass eine Person leidet, weil sie sich nirgendwo zu Hause fühlt und an keinem Ort Wurzeln schlagen kann.Dieses Krankheitsbild taucht nicht zufällig gerade jetzt auf. Wer einen anspruchvolleren Beruf ausübt, der muss statistisch gesehen nicht weniger als sechs Mal während seines Berufslebens die Stelle wechseln. Das ist in Zeiten der Globalisierung und immer stärkerer Vernetzung aller Volkswirtschaften oft auch damit verbunden, in eine andere Stadt oder gar in ein anderes Land zu ziehen. Diese Beweglichkeit wird heute von jedem Arbeitnehmer verlangt, der nicht auf der Strecke bleiben will. Ein Arbeitsplatz am Heimatort ist heute eher die Ausnahme als die Regel.

Noch ausgeprägter ist ein umfassendes Heimweh bei Menschen, die aus politischen oder anderen unabwendbaren Gründen ihre Heimat verlassen mussten und dorthin auch nicht mehr zurückkehren können. Für letzteren Personenkreis werden mittlerweile sogar psychologische Amulanzen bereit gestellt. Genauso betroffen sind jedoch auch leitende Angestellte, die auf Grund häufiger Ortswechsel keine stabilen sozialen Bindungen mehr aufbauen können oder einen Bezug zu dem Ort bekommen können, an dem sie allzu kurze Zeit eingesetzt sind, bevor es an den nächsten Einsatzort weiter geht. Das hat spürbare Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl und führt zu Identitätskrisen. Daraus können nicht nur behandlungsbedürftige psychische Krankheiten erwachsen, sondern auch eine physische Erkrankung kann die Folge davon sein.

Menschen können sich auf Dauer nur dann wohl fühlen, wenn sie sich mit einem Ort verwurzelt sind. Daher nehmen viele Arbeitnehmer weite Strecken zur Arbeit in Kauf, nur um den Heimatort nicht verlassen zu müssen.

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