Behinderung ist keine Ausnahme

11.November 2008

Über zehn Prozent der deutschen Bevölkerung leiden an einer Behinderung, die offiziell anerkannt ist. Das sind beinahe neun Millionen Menschen, mehr als die doppelte Einwohnerzahl der Hauptstadt Berlin.Es existieren sehr detailierte Statistiken, die Zusammenhänge etwas zwischen aufgeübtem Beruf und einer Behinderung deutlich machen. Diese Informationen, die noch aus der letzten großen Volksbefragung stammen, können wertvolle Hinweise darauf liefern, wo man ansetzen könnte, um Menschen das Schicksal einer dauerhaften Behinderung zu ersparen. Das hätte volkswirtschaftlich einen sehr positiven Nutzen, ganz abgesehen natürlich von den persönlichen Schicksalen, die sich hinter diesen Zahlen verbergen. Ein ganz überwiegender Teil der Betroffenen kann nämlich seinen Lebensunterhalt nicht mehr mit eigener Arbeit erwirtschaften, sondern ist auf Rentenzahlungen angewiesen. Zwar leiden häufig ältere Menschen an einer Behinderung, aber viele haben das Renteneintrittsalter noch längst nicht erreicht, wenn sie erkranken. Nur etwas zwanzig Prozent können noch selbst für ihr Auskommen sorgen, ein kleinerer Teil lebt auf Kosten der Familie.

Bemerkenswert ist die Erkenntnis, das fast ein Drittel aller Behinderten Menschen über keinerlei Schulabschluss oder eine Berufsausbildung verfügt. Lediglich die Hauptschule abgeschlossen haben über sechzig Prozent der Betroffenen. Nur eine geringer Teil hat es bis zum Abitur oder einem Studium geschafft. Offenkundig scheint das Risiko, durch einen Erkrankung oder einen Unfall behindert zu werden, eng mit dem Bildungsstand zusammen zu hängen. Naheliegenderweise müssen Menschen mit keinem oder einem geringen Bildungsabschluss oft Tätigkeiten verrichten, die körperlich anstrengend sind, zu ungünstigen Zeiten absolviert werden müssen, oder die eine hohe Wahrscheinlichkeit bergen, einen Unfall zu erleiden oder mit gesundheitsschädlichen Stoffen in Berührung zu kommen. Eine Lösung, um künftig einer größeren Anzahl von Menschen dieses Schicksal zu ersparen, könnten also in vermehrten Bildungsanstrengungen liegen. Das würde die Sozialsystem, angefangen von den Krankenkassen bis zur gesetzlichen Rentenversicherung dauerhaft entlasten.

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