Reform bedroht die privaten Krankenkassen

18.Dezember 2008

Mit Einführung der Gesundheitsreform ab Januar 2009 wird sich vieles ändern. Für die gesetzlich Versicherten bedeutet es zunächst einmal einen teils deutlichen Anstieg des Eigenanteils und damit ein finanzieller Mehraufwand. Doch auch die privaten Krankenkassen haben unter der Reform zu leiden.Wesentlich hier ist die Einführung des Basistarifs. Dieser muss im Leistungsumfang mit den Angeboten der gesetzlichen Krankenversicherung vergleichbar sein und darf nicht mehr kosten als der durchschnittlich höchste Beitrag in der gesetzlichen Krankenkasse. Dieser liegt derzeit bei rund 500 Euro. Der Basistarif soll den Wechsel von der gesetzlichen in die private Versicherung erleichtern, zumal Vorerkrankungen und das Alter bei der Aufnahme keine Rolle spielen dürfen.

Kritikpunkt an dieser Neuerung ist die Tatsache, dass auch bei bestehenden und gewichtigen Vorerkrankungen die Gebühr nicht erhöht werden darf. Auch Risikoaufschläge gehören damit der Vergangenheit an. Sicherlich profitieren die Versicherten im Basistarif von dieser Vergünstigung, die anfallenden Kosten für Behandlungen müssen dennoch getragen werden. Dafür müssen gegebenenfalls die von den privaten Kassen gebildeten Rücklagen genutzt werden, die eigentlich die steigenden Kosten allgemeiner Art decken sollten.

Ziel der Einführung des Basistarifs ist vor allem die Entlastung der gesetzlichen Kassen. Während in den letzten Jahren die privaten Krankenkassen einen großen Zulauf an gesunden und jungen Versicherten verzeichnen konnten, blieb der größte Teil der Rentner und Senioren bei den gesetzlichen Kassen. Diese können die zunehmende Belastung nicht lange tragen. Der Basistarif soll den Ausgleich zwischen der gesetzlichen und der privaten Kasse herstellen sowie Nutzen und Last gleichmäßig verteilen. Die privaten Krankenkassen sehen sich dadurch jedoch nicht länger als hochwertige Alternative und sehen sich in ihrem Aktionsrahmen beschränkt.

Darüber hinaus wird derzeit überdacht, ob eine Änderung der Aufnahmekriterien für die private Krankenversicherung hinsichtlich des Einkommens sinnvoll ist. Im Raum steht die Forderung, dass nur noch die Personen sich privat versichern dürfen, die seit einem Zeitraum von mindestens drei Jahren über der Einkommensgrenze liegen. Auch hier befürchten die privaten Kassen einen Rückgang in der Zahl der Privatversicherten sowie finanzielle Einbußen.

Artikel gespeichert unter: gesetzliche Regelungen

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