Akademiker Private Krankenversicherung

08.Februar 2008

Dank des freien Wettbewerbs finden wir in Deutschland in vielen Branchen gesetzliche und private Unternehmen wieder, die ihre Dienstleistungen unter die Bevölkerung bringen. Von dieser Spaltung ist auch das Versicherungswesen betroffen. Neben den gesetzlichen Krankenversicherungen, welche 90 Prozent der deutschen Bevölkerung zu ihrem Kundenstamm zählen dürfen, gibt es die privaten Krankenversicherungen. Private Krankenversicherungen gibt es in vielen Formen und mit unterschiedlichen Leistungskatalogen. Eine oft genutzte Form ist die Akademiker PKV. Die Akademiker PKV ist wie auch die vielen anderen Modelle der privaten Krankenversicherung nicht jedem Bundesbürger zugänglich. Nur privilegierte Berufsgruppen und besser betuchte Bürger haben die Chance von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in die private Krankenversicherung (PKV) zu wechseln. Für Angestellte gilt ein so genanter Mindestsatz. Dieser besagt, dass der Angestellte ein bestimmtes Bruttoeinkommen vorweisen muss, um in die private Krankenversicherung (PKV) wechseln zu können. Andere Berufsgruppen wie Beamte, Freiberufler oder Unternehmer besitzen in den meisten Fällen immer das Recht auf den Wechsel. Die private Krankenversicherung (PKV) ist im Grunde genommen lediglich eine Absicherung gegen diverse Kosten, welche aus Krankheit oder Unfällen entstehen. Die Kosten können darüber hinaus auch durch vorbeugende oder diagnostische Gesundheitsmaßnahmen entstehen. Der Begriff der privaten Krankenversicherung steht auch für die Gesamtheit aller Versicherungsunternehmen, welche eine derartige Versicherung anbieten. Insgesamt besaßen im Jahr 2002 rund 7.932.800 Menschen eine private Krankenvollversicherung in Deutschland.

Die private Krankenversicherung, sowie die Akademiker PKV können je nach Leistungsumfang in verschiedene Bereiche eingeteilt werden. Zum einen gibt es da die Vollversicherung. Diese übernimmt bei der Akademiker privaten Krankenversicherung, aber auch bei der normalen privaten Krankenversicherung (PKV) die Absicherung der gesamten Krankheitskosten. Die Vollversicherung ist die kostenintensivste Art der Akademiker PKV. Einen zweiten Bereich stellt die Teilversicherung dar. Bei einer Teilversicherung wird nur ein Anteil der Krankheitskosten abgesichert. Diese Art der privaten Krankenversicherung wird vor allem von Beamten mit Anspruch auf Beihilfe durch ihre Dienstherren genutzt. Im dritten Bereich siedelt sich die Zusatzversicherung an. Die Zusatzversicherung ist lediglich eine Absicherung zusätzlicher Risiken zur gesetzlichen Krankenversicherung. Diese Form der privaten Akademiker Krankenversicherung kommt beispielsweise bei der Auslandsreisekrankenversicherung, dem Krankenhaustagegeld und dem Krankentagegeld zu Einsatz.

Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung benötigt man für die Aufnahme in die Akademiker PKV bzw. die gewöhnliche private Krankenversicherung, einige Annahmevoraussetzungen. Der Vertragsabschluss wird bei der privaten Akademiker Krankenversicherung, ebenso wie bei der gewöhnlichen privaten Krankenversicherung (PKV), vom Geschlecht, vom Altern und vom Gesundheitszustand abhängig gemacht. Im Grunde können sich alle Personen, welche nicht der Versicherungspflicht der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) unterstehen, privat Krankenversichern lassen. Dies gilt jedoch nur für Arbeitnehmer, deren Einkommen über der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt, für Beamte, für Selbstständige, für Freiberufler und für einige Akademiker. Studenten zum Beispiel unterliegen einer Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), von der sich die Studenten jedoch zu Beginn des Studiums oder bei Auslauf der kostenlosen Familienversicherung befreien lassen können. Bis zum 30. Lebensjahr werden den Studenten, analog zur gesetzlichen Krankenversicherung, Studententarife von der PKV angeboten. Für freiberuflich tätige Künstler und Journalisten besteht eine Sonderregelung. Diese freiberuflichen Berufsgruppen können sich über die Künstlersozialkasse (KSK), ähnlich wie gewöhnliche Arbeitnehmer einen Zuschuss zur GKV, erlangen. Durch diesen Zuschuss sind die Künstler daraufhin, genau wie Arbeitnehmer, gesetzlich pflichtversichert. Um sich von dieser Versicherungspflicht lösen zu können bestehen dieselben Voraussetzungen wie für Arbeitnehmer. Eine Anmeldung bei der Künstlersozialkasse (KSK) hilft in vielen Fällen um sich von der Versicherungspflicht befreien zu lassen. Der Künstler erhält nach Anmeldung einen Zuschuss zur privaten Akademiker Krankenversicherung von der Künstlersozialkasse (KSK). Ist jemand gesetzlich Pflichtversichert, werden dieser Person private Zusatzversicherungen angeboten.

Ist man erst einmal in der privaten Krankenversicherung eingeschrieben, ist eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung relativ schwer. Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) nimmt privat Versicherte nur dann wieder in ihre Riegen auf, wenn diese versicherungspflichtig werden oder wenn diese unter 55 Jahre alt sind und das vorhandene Einkommen unter die Versicherungspflichtgrenze gesunken ist. Versicherungspflichtig wird man zum Beispiel nach der Aufgabe einer selbstständigen Tätigkeit. Geht man daraufhin mindestens 12 Monate einer nichtselbstständigen Tätigkeit nach, tritt die Versicherungspflicht in Kraft und man kann auf der privaten Krankenversicherung (PKV) in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) wechseln. Dies ist auch den Anhängern einer Akademiker PKV möglich.

Die Versicherungsbeiträge werden bei der privaten Akademiker Krankenversicherung nicht an der Höhe des Einkommens berechnet. Der Anfangsbeitrag unterliegt vielen Kriterien, welche vor Vertragsabschluss komplett analysiert werden müssen. Ein Kriterium ist das Geschlecht des Versicherten. Frauentarife sind bei der Akademiker PKV teurer, da Frauen in der Regel eine höhere Lebenserwartung und eine andere Risikoeinstufung besitzen. Seit dem 1. Januar 2008 sind die Kosten für Geburten- und Schwangerschaftsvorsorge, dank des AGG, auf Männer und Frauen zu verteilen. Deswegen wird eine mögliche Geburt eher weniger in die Beitragsanalyse mit einbezogen. Ein weiteres Kriterium für die Beitragsanalyse ist das Eintrittsalter der versicherten Person. Je früher man von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in die private Akademiker Krankenversicherung wechselt, desto besser sind die Bedingungen für einen günstigen Beitragssatz. Ein weiterer Punkt zur Beitragsanalyse sind die tariflichen Leistungen. Wünscht sich der Versicherer höhere Leistungen, wie zum Beispiel die Behandlung durch einen Chefarzt, so wirkt sich das ebenfalls auf die Höhe der Beiträge aus. Der Gesundheitszustand ist darüber hinaus ebenfalls ein wichtiges Kriterium der Beitragsanalyse. Sind bei dem Versicherer entsprechende Vorerkrankungen bereits bekannt, führt das zu Risikozuschlägen. Die Risikozuschläge sind in vielen Fällen prozentuale Aufschläge auf den Normalbeitrag. Tritt die Krankheit demnach nicht erneut auf, können die Risikozuschläge nach einem gewissen Zeitraum auf Antrag des Versicherungsnehmers überprüft und im Wahrheitsfall auch reduziert werden. Ebenfalls vom Gesundheitsstatus abhängig ist die Leistungsstaffelung. Bei der Leistungsstaffelung gewährt der Versicherer, vorwiegend im Zahnersatzbereich, in den ersten Jahren, nach Versicherungsbeitritt, eine summenmäßige, gestaffelt begrenzte Erstattung der Kosten. Es ist auch möglich die Beiträge gering zu halten wenn man sich der Leistungsausschlüsse bedient. Einigt man sich auf Leistungsausschlüsse, so werden die Behandlungskosten für die Diagnose einer bereits bekannten Vorerkrankung ausgeschlossen. Als letzten Punkt, bezogen auf den Gesundheitsstatus des Versicherers, wird die Ablehnung aufgeführt. Bei einer Akademiker privaten Krankenversicherung, wie auch bei gewöhnlichen privaten Krankenversicherungen (PKV) können sie Versicherer, im Gegensatz zur GKV, einen Antragsteller aufgrund des alarmierenden Gesundheitsstatus auch gänzlich ablehnen. Neugeborene werden von dieser Regelung jedoch nicht erfasst. Verfügt ein Elternteil bereits seit mindestens drei Monaten über eine Vollversicherung bei einer privaten Krankenkasse, so muss der Versicherer das Neugeborene innerhalb von 2 Monaten ab dem ersten Geburtsmonat akzeptieren. Risikozuschläge sind selbst bei schlechtem Gesundheitszustand nicht erlaubt. In der Fachsprache wird dieser Fall „Kontrahierungszwang“ genannt. Bei einer Adoption ist der Fäll ähnlich, jedoch kann hierbei ein Risikozuschlag von bis zu 100 Prozent erhoben werden.

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