Tagesarchiv für den 30. Juni 2008

Die private Krankenversicherung in Deutschland – was versteht man unter einer privaten Krankenversicherung?

Die privaten Krankenversicherungen, abgekürzt als PKV bezeichnet, stellt in Deutschland eine Alternative zu der gesetzlichen Krankenversicherung GKV) dar. Im Rahmen der privaten Krankenversicherung werden die entstehenden Kosten abgesichert, die durch Verletzungen oder Krankheiten anfallen und ebenso die Kosten, die für präventive und diagnostische Situationen entstehen, so zum Beispiel im Rahmen einer Gesundheitsvorsorge. Die Träger der privaten Krankenversicherungen sind privat organisierte Versicherungsunternehmen. Eine private Krankenversicherung kann in verschiedenen Stufen abgeschlossen werden. Dabei gilt der Grundsatz: Je umfangreicher die Leistungen sind, die man im Rahmen seiner privaten Krankenversicherung abschließt, desto höher sind die monatlichen Beiträge, die der Versicherte an seine privaten Krankenversicherung zu entrichten hat. Da gibt es zum einen die so genannte Vollversicherung. Bei der Vollversicherung werden sämtliche Krankenkosten abgedeckt. Bei der so genannten Teilversicherung: wird nur ein Teil der Krankenkosten abgedeckt, wie zum Beispiel bei Beamten, welche einen Anspruch auf Beihilfe geltend machen können. Und dann gibt es noch die so genannte Zusatzversicherung, bei der die Kosten abgesichert werden, die von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht übernommen werden. Bei diesen Kosten kann es sich zum Beispiel um eine Zusatzversicherung über Krankenhaustagegeld oder den Abschluss einer Auslandsreiseversicherung handeln. Im Vorfeld des Abschlusses einer privaten Krankenversicherung muss sich der Antragsteller einem Gesundheitscheck unterziehen. Ob der Antragsteller als Versicherter von der privaten Krankenversicherung angenommen wird, ist zudem vom Alter des Antragstellers abhängig. Mitglieder in einer privaten Krankenversicherung sind in der Regel Personen, die über ein Gehalt verfügen, dass über der Versicherungsgrenze, der so genannten Beitragsbemessungsgrenze angesiedelt ist. Meist handelt es sich um besser verdienende Angestellte wie zum Beispiel Akademiker, aber auch um Beamte, Selbstständige und Freiberufler. Im Unterschied zu der gesetzlichen Krankenversicherung werden die Beiträge bei der privaten Krankenversicherung losgelöst von den  Einkünften des Versicherungsnehmers festgelegt. Zur Berechnung des Beitrags werden Kriterien wie zum Beispiel das Geschlecht, das Eintrittsalter, die gewünschten tariflichen Leistungen und der Gesundheitszustand herangezogen. Besonders der Gesundheitszustand stellt einen ganz entscheidenden Faktor dar und kann zu dem Resultat führen, dass von Seiten der privaten Krankenversicherungen so genannte Risikozuschläge in den monatlichen Beitrag integriert werden oder dass eine Leistungsstaffelung oder Leistungsausschlüsse fixiert werden. Im ungünstigsten Fall kann es sein, dass der Antragsteller auf eine Mitgliedschaft in einer der privaten Krankenversicherungen als Versicherungsnehmer von der jeweiligen privaten Krankenversicherung abgelehnt wird.

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Experten erwarten einen Anstieg der Anzahl der Versicherten in den privaten Krankenversicherungen für das kommende Jahr 2009

Experten gehen davon aus, dass es im kommenden Jahr 2009 zu einem Anstieg der Anzahl der Versicherten in den privaten Krankenversicherungen (PKV) kommen wird. Auf Grund der als sehr wahrscheinlich geltenden Steigerung der Beiträge auf einen Satz zwischen 15 und 15,5 Prozent bei den gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) ist es durchaus im Bereich des Möglichen, dass mehr als die Hälfte der freiwillig Versicherten von der gesetzlichen Krankenversicherung in die private Krankenversicherung wechseln wird. Das würde bedeuten, dass die privaten Krankenversicherungen einen erheblichen und signifikanten Anstieg ihrer Versichertenanzahl im kommenden Jahr verzeichnen könnten. Allerdings müssen im kommenden Jahr auch die Mitglieder der privaten Krankenversicherungen auf Grund der Gesundheitsreform mit höheren Beiträgen rechnen. Bei einer Neuaufnahme in eine private Krankenversicherung ist nächstes Jahr damit zu rechnen, dass die Beiträge um bis zu zehn Prozent steigen könnten. Die privaten Krankenversicherungen begründen diesen Schritt damit, dass die neuen, weil die Wechselmodalitäten der Kunden berücksichtigt  werden müssten. So ist es wahrscheinlich, dass einige Versicherte noch in diesem Jahr von der gesetzlichen Krankenversicherung in die private Krankenversicherung wechseln werden und sich somit für einen Vertrag bei einer privaten Krankenversicherung entscheiden, weil sie in dem Fall noch von den momentan bestehenden Konditionen profitieren können. Für die privaten Krankenversicherungen wäre eine solche Entwicklung ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk, denn gegenwärtig haben so gut wie alle privaten Krankenversicherungen mit einem deutlichen Rückgang im Neukundengeschäft zu kämpfen. Bei einigen privaten Krankenversicherungen bezifferte sich der Rückgang um rund 3 Prozent, was sich logischerweise auch in einem Rückgang der Beitragseinnahmen bemerkbar machte. Aus dieser sich bietenden Chance resultierend planen die privaten Krankenversicherungen, aus den neuen Gegebenheiten Kapital zu schöpfen und ihre Mitgliederzahl steigern zu können. Um für Selbstständige, Freiberufler, Beamte und für besser verdienende Angestellte wie zum Beispiel Akademiker attraktiv zu sein und diese zu einem Wechsel in die private Krankenversicherung bewegen zu können, planen die privaten Krankenversicherungen zeitgemäße Tarife und interessante Vertragsangebote, um mehr und mehr Versicherte zu einer Aufnahme bei den privaten Krankenversicherungen bewegen zu können.

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